Daniel aus Kroatien – kleiner Kämpfer mit prominenter Freundin

Der kleine Daniel wäre beinahe an einem angeborenen Herzfehler gestorben – in seiner Heimat gab es keine Chance auf eine lebensrettende Operation. Erst als Dunja Rajter gemeinsam mit unserer Kinderhilfe und großzügigen Spendern seine Geschichte bekannt machte, konnte Daniel operiert werden. Seine bewegende Geschichte zeigt, wie ein einziges Kinderleben durch Mut, Solidarität und rechtzeitige Hilfe gerettet werden kann.

Daniel kann wieder lächeln

Daniel kann wieder lächeln

Eine Geburt im Schatten des Krieges

Als Daniel 1998 in Osijek zur Welt kam, lag noch der Schatten des Bürgerkriegs über seiner Heimat Kroatien.

Die Krankenhäuser waren überlastet, viele Geräte veraltet, es fehlte an Medikamenten, Fachkräften und Hoffnung. Für Daniels Mutter Snezjana war ihr Sohn trotzdem vor allem eines: ein kleines Wunder. Doch schon bald nach der Geburt wurde klar, dass mit Daniels Herz etwas nicht stimmte.

Mehr erfahren » Jugoslawien-Krieg: Dunja Rajter & Heino mit uns auf Hilfsmission

 

Ein Herzfehler, den niemand behandeln konnte

Daniel war oft blass, atmete schwer und trank schlecht. In der Klinik vor Ort stellten die Ärzte einen schweren angeborenen Herzfehler fest mit einer Vertauschung der großen Gefäße. Die Lunge wurde von der falschen Herzkammer versorgt, der Körper ebenfalls von der falschen. Ohne eine hochspezialisierte Operation würde Daniel diesen Start ins Leben nicht überstehen.

Doch in Osijek gab es keine Möglichkeit für eine solche Herzoperation. Die Bedingungen in den Krankenhäusern waren nach den Kriegsjahren schlicht zu schlecht. Für Snezjana war das eine grausame Gewissheit: In ihrer Heimat konnte ihrem Sohn niemand helfen.

Mehr erfahren » unsere Hilfsaktionen für Kriegskinder in Sarajevo

 

„Münchner Wochenblatt“ Nr. 27 vom 01. Juli 1998

 

Hilfe aus München

Dunja Rajter hört von Daniel

Zur gleichen Zeit engagierte sich die Sängerin und Schauspielerin Dunja Rajter bereits seit Jahren für Kinder aus dem Krisengebiet. Sie war oft selbst nach Kroatien gereist, hatte das Leid der Menschen miterlebt und sich fest vorgenommen, zu helfen, wo sie nur konnte.

Als sie von Daniel erfuhr, berührte sie sein Schicksal sofort. Ein 4 Monate altes Baby, das an einem heilbaren Herzfehler sterben würde, nur weil das Geld und die medizinische Versorgung fehlten – das konnte und wollte sie nicht hinnehmen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Marion Stiefel startete sie mit uns eine Hilfsaktion.

In kürzester Zeit organisierten wir zusammen Spendenaktionen. Marion Stiefel, die Frau eines Geschäftsführers der Media-Markt-Saturn-Holding, stellte den Kontakt her, und Media Markt beteiligte sich mit einer großen Summe. 100.000 Mark kamen so zusammen – genug, um Daniel ins Herzzentrum nach München zu holen und die lebensrettende Operation zu ermöglichen.

 

Im Münchner Herzzentrum:

Ein Wettlauf mit der Zeit

Ein Wettlauf mit der Zeit

Für die Münchner Ärzte war klar: Daniel durfte keine Zeit verlieren. Im Herzzentrum übernahm ein erfahrenes Team um Dr. Hans-Peter Lorenz den 4 Monate alten Jungen.

5 Stunden lang kämpften sie im Operationssaal um sein kleines Herz. Es war ein hochkomplizierter Eingriff – und jeder Handgriff konnte den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.

Währenddessen wartete Snezjana draußen. Fernab ihrer Heimat, umgeben von fremder Sprache und fremden Menschen, war sie doch nicht allein. Dunja stand an ihrer Seite, übersetzte, tröstete, hielt einfach die Hand. Sie wusste aus eigener Erfahrung, wie sehr Angst und Hoffnung in solchen Momenten ineinandergreifen.

Als die Türen des Operationssaals sich schließlich öffneten, brachte das Ärzteteam die Nachricht, auf die alle gewartet hatten: Der Eingriff war gelungen. Daniel hatte die Herzoperation überstanden.

Für Snezjana brach eine Welle aus Erleichterung, Dankbarkeit und Freude über sie herein. Sie suchte nach Worten, doch alles, was sie sagen konnte, war: Sie sei überwältigt, überglücklich – ihr Daniel dürfe weiterleben.

 

Damals berichtete das Fernsehen darüber - hier sat 1 Bayern TV

 

Ein prominenter Schutzengel

Kurz darauf trafen sich Daniel, seine Mutter und Dunja vor laufender Kamera im Sat.1-Studio in Bayern. Der Sender berichtete über den kleinen Jungen aus Kroatien, der dank einer großen Spende und der Hilfe vieler Menschen eine 2. Chance bekommen hatte.

Daniel lag in den Armen seiner Mutter, mit frischen Narben auf der Brust – sichtbare Zeichen dessen, was er durchgemacht hatte. Aber er konnte schon wieder lachen.

Für Dunja war Daniel nicht das 1. Kind, für das sie sich einsetzte. Er war bereits das 14. herzkranke Kind aus Krisenregionen, dem sie gemeinsam mit uns (der Kinderhilfe Deutsche Lebensbrücke) und vielen Spendern helfen konnte. Aber jede Geschichte, jedes Schicksal ging ihr nahe – und Daniels ganz besonders. Sie sprach im Fernsehinterview offen darüber, wie sehr sie die Bilder des Krieges und der Not erschüttert hatten. Der Krieg sei offiziell vorbei, sagte sie, aber das Leid gehe weiter.

 
Die Angst war noch nicht ganz vorbei

Die Angst war noch nicht ganz vorbei

So groß die Erleichterung nach der 1. Operation auch war – sie war nur ein erster Schritt. Die Ärztinnen und Ärzte erklärten, dass es sich zunächst um einen vorbereitenden Eingriff gehandelt hatte.

In etwa 9 Monaten würde eine 2. große Operation folgen müssen, bei der die Herzkammern und Gefäße endgültig so verbunden werden sollten, wie es die Natur vorgesehen hatte.

Die Prognose war gut, solche Folgeeingriffe gelingen fast immer. Aber für eine Mutter, die ihr Kind schon einmal fast verloren hatte, blieb die Zeit der Angst. Daniel musste weiterhin rund um die Uhr beobachtet werden, seine Werte wurden ständig kontrolliert. Jede Veränderung löste neue Sorgen aus.

Und doch war da jetzt etwas, das es vorher kaum gegeben hatte: Zuversicht. Daniel hatte die erste große Hürde genommen. Und er war nicht mehr allein – hinter ihm standen Dunja, unsere Kinderhilfsorganisation, viele Spender und ein engagiertes Ärzteteam.

 

Auch hier ein TV-Bericht von sat 1 über Daniel und unsere erfolgreiche Hilfsaktion

 

Ein kleines Leben, das verbindet

Die Geschichte von Daniel machte deutlich, was möglich ist, wenn viele Menschen zusammenstehen.

  • Eine prominente Patin, (» mehr prominente Helfer)

  • eine engagierte Hilfsorganisation,

  • eine großzügige Firmenspende,

  • zahlreiche einzelne Beiträge

  • und die Kompetenz der Ärztinnen und Ärzte im Münchner Herzzentrum

– all das zusammen rettete das Leben eines kleinen Jungen, der sonst in einem zerstörten Krankenhaus in Osijek gestorben wäre.

 
Für uns bleibt Daniel bis heute ein Symbol

Für uns bleibt Daniel bis heute ein Symbol

  1. dafür, dass jedes Kinderleben unendlich wertvoll ist.

  2. Dafür, dass Entfernung, Grenzen und Krisen überwindbar sind, wenn wir uns berühren lassen und aktiv werden.

  3. Und dafür, dass Hilfe oft genau dann ankommt, wenn Hoffnung schon fast verloren scheint.

Daniel hatte Glück. Er hatte Menschen, die für ihn kämpften, und ein Herz, das nicht aufgab. Hilf uns, mehr Kindern dieses Glück zu schenken!

Mehr über uns erfahren » Kinderhilfe Deutsche Lebensbrücke


Tamara Niebler

Tamara ist studierte Germanistin & Philosophin (M.A.). Sie bereichert unsere Websites mit philosophischen Denkanstößen und sachkritischen Fachtexten zu Soziologie, Armutsforschung und Philosophie der Kindheit. Tamaras Motto: „Wege entstehen dadurch, dass wir sie gehen“ (Franz Kafka)

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