Zainebs Herz ist gerettet
Die kleine Zaineb aus Tunesien war todkrank: Ein vierfacher Herzfehler raubte ihr bei jeder Anstrengung den Atem, Haut und Lippen wurden blau, ihr Leben hing an einem seidenen Faden. Dank einer lebensrettenden Operation im Münchner Herzzentrum – ermöglicht durch viele Spender – kann sie heute endlich wie ein ganz normales Kind spielen und lachen. Zaineb ist gerettet, ihre Familie darf aufatmen – eine rundum glückliche Erfolgsgeschichte.
Ein schwerer Start ins Leben
Als Zaineb im Januar 2022 in Tunesien zur Welt kam, war sie für ihre Mutter ein ganz besonderes Glück, denn eigentlich hatte sie die Hoffnung auf ein Kind schon aufgegeben.
Zaineb ist also ihr erstes Kind – und ihr ganzer Stolz: ein lebhaftes, fröhliches kleines Mädchen. Doch schon früh fiel auf, dass mit Zainebs Atmung etwas nicht stimmte.
Wann immer sie spielte oder sich nur ein wenig anstrengte, bekam sie kaum Luft. Ihre Haut und ihre Lippen verfärbten sich blau, die Nägel ebenso. Immer wieder geriet sie in gefährliche Atemnot. Für die Eltern, die in sehr einfachen Verhältnissen leben, war jeder Anfall ein Albtraum.
Vgl. auch Herzkinder: Wenn Kinder herzkrank sind
Diagnose: 4-facher Herzfehler
Durch die Hilfe von Verwandten wurde Zaineb schließlich untersucht, mit einem erschütternden Ergebnis: Zaineb litt an einer Fallot-Tetralogie, einem vierfachen, angeborenen Herzfehler:
Ihr Herz hatte ein großes Loch zwischen den Herzkammern,
die Lungenschlagader war verengt,
die Muskulatur der rechten Herzkammer verdickt,
und die Klappe der Körperschlagader war verschoben.
Die Folge: Es gelangte nicht genug Blut in die Lunge, ihr Körper litt ständig unter Sauerstoffmangel. D.h. Zainebs Organismus erstickte still und leise…
Kaum Chancen im Heimatland
In Deutschland werden solche Herzfehler meist bereits vor der Geburt erkannt und spätestens im Alter von 6 Monaten operiert. In Tunesien war eine solche Operation aber nicht möglich. Es fehlte an der nötigen Finanzierung, den richtigen Ärzten und den richtigen Behandlungsmöglichkeiten.
Für Zaineb begann ein Wettlauf mit der Zeit: Je länger man wartete, desto gefährlicher wurde ihre Situation, desto komplizierter und riskanter würde jeder spätere Eingriff.
Ein glücklicher Zufall
Zaineb ging es oft so schlecht, dass sie nur noch liegen konnte
In dieser ausweglosen Lage geschah etwas, das man kaum anders nennen kann als einen Glücksfall.
Eine Angehörige der Familie arbeitete im Münchner Herzzentrum. Als sie von Zainebs Zustand erfuhr, zögerte sie nicht lange und wandte sich direkt an uns.
Als langjährige Kinderhilfe kennen wir das Herzzentrum München gut, weil wir in vielen anderen Fällen schwer herzkranker Kinder erfolgreich zusammengearbeitet hatten.
Die Eltern von Zaineb leben in Tunis unter sehr einfachen Bedingungen. Sie hätten niemals die Summen aufbringen können, die eine solche Operation, der Aufenthalt in Deutschland und die Reisekosten erfordern. Also setzten wir in Windeseile alles in Bewegung, um die noch fehlenden Spenden zu sammeln.
Die Kosten für den lebensrettenden Eingriff lagen bei etwa 37.000 Euro. Die Verwandten in München hatten schon viel gesammelt, doch rund 10.000 Euro fehlten noch, damit Zaineb überhaupt nach München reisen konnte.
Unser Spendenaufruf in der Zeitung
Wir erzählten ihre Geschichte, baten überall um Hilfe – und tatsächlich hörten viele Menschen zu. Die vielen Spender und Sponsoren machten es möglich, dass wir schließlich grünes Licht geben konnten.
Unser Zeitungsbericht in der lokalen Presse
Rettung in letzter Sekunde
Im Februar konnte die damals 3-jährige Zaineb nach München kommen. Schon bei der ersten Untersuchung im Herzzentrum zeigte sich, wie dramatisch ihre Lage war: Ihre Haut war blau, ein sichtbares Zeichen des massiven Sauerstoffmangels.
Es war buchstäblich allerhöchste Zeit. Sofort am nächsten Tag wurde entschieden, sie zu operieren. Vor der Operation standen intensive Voruntersuchungen an. Die planten jeden Schritt, um das Risiko so gering wie möglich zu halten.
In der ersten Woche im März wurde Zaineb schließlich im Münchner Herzzentrum am offenen Herzen operiert.
Ein neues Leben für ein kleines Mädchen
Zaineb hielt zum ersten Mal in ihrem Leben einen Schoko-Osterhasen in der Hand
Die Operation war erfolgreich verlaufen. Nun konnte endlich wieder genügend Blut in Zainebs Lunge und in ihren Körper strömen.
Ihre Mutter war überglücklich. Zum ersten Mal seit Jahren musste sie nicht mehr jeden Tag um das Leben ihres Kindes fürchten.
Nach 10 Tagen in der Klinik durfte Zaineb in das Ronald McDonald Haus direkt neben dem Herzzentrum umziehen.
Dort wurde sie noch einige Tage beobachtet, um sicherzugehen, dass alles am Herzen stabil funktionierte. Danach verbrachte sie eine weitere Woche bei Verwandten in München, um sich zu erholen und neue Kraft zu sammeln.
Dann war endlich der Moment gekommen, auf den die ganze Familie gehofft hatte: Zaineb konnte nach Hause zurückkehren. Zurück in ihr vertrautes Umfeld – aber dieses Mal mit einem gesunden Herzen.
Zaineb ist kaum wiederzuerkennen: gesund und strahlend
Endlich einfach nur Kind sein
Heute kann Zaineb endlich das tun, was für andere Kinder selbstverständlich ist: spielen, rennen, lachen – ohne dass ihr sofort die Luft wegbleibt. Haut, Lippen und Nägel verfärben sich nicht mehr bedrohlich blau. Die Atemnot hat ihr ihren Schrecken verloren.
Für uns ist diese Geschichte mehr als eine Hilfsaktion, sie ist ein riesiger Glücksfall für Zaineb und ihre Eltern!
Zaineb ist gerettet
Doch viele andere Kinder brauchen noch Hilfe
Zainebs Fall zeigt, wie wichtig rechtzeitige Hilfe ist. Eine Fallot-Tetralogie lässt sich in der Regel medizinisch gut behandeln, wenn früh genug eingegriffen wird. Doch genau daran scheitert es in vielen Ländern: Es gibt weder spezialisierte Kliniken noch die finanziellen Mittel, um Kindern wie Zaineb zu helfen.
Wie gut es Zaineb heute geht, ist ihr anzusehen!
Im Fall von Zaineb standen uns die Stiftung „Kinderherzen“ und „Ein Herz für Kinder“ zur Seite. Gemeinsam mit vielen Spenderinnen und Spendern sorgen wir dafür, dass aus einem todkranken Kind ein lebensfrohes Mädchen werden konnte.
Zaineb lebt. Sie hat eine Zukunft. Und ihre Eltern sind unendlich dankbar für die großartige Unterstützung, die ihrem kleinen Sonnenschein das Leben gerettet hat.
Wir schließen dieses Projekt mit großem Dank im Herzen ab – und mit dem festen Willen, auch die nächsten Kinder nicht im Stich zu lassen.

