Bintas Weg – wie ein kleines Herz aus Afrika neue Heimat fand
Binta kam in Gambia mit einem schweren Herzfehler zur Welt – ohne Behandlung hätte sie nicht überlebt. Ihre Reise führte sie über Dakar bis ins Herzzentrum München, wo komplizierte Operationen, ein Herzschrittmacher und viele liebe Menschen ihr Leben retteten. Heute geht sie in München zur Schule und ist bestens integriert.
Als Binta 2010 in Gambia zur Welt kam, ahnte niemand, wie gefährlich ihr Start ins Leben sein würde
Für ihre Eltern war sie einfach ihr geliebtes Kind – lebhaft, neugierig, zart.
Doch mit der Zeit merkten sie: Etwas stimmt nicht.
Ein Kind, das immer schwächer wurde
Erst 2017, Binta war da schon 6 Jahre alt, wurden ihre Eltern wirklich misstrauisch. Während andere Kinder spielten und rannten, blieb Binta schnell stehen, rang nach Luft, konnte oft kaum ein paar Schritte gehen. Sie war ständig müde, blass und schwach.
Die Ärzte in Gambia konnten nur wenig ausrichten. Die medizinischen Möglichkeiten in dem kleinen, sehr armen westafrikanischen Land sind begrenzt. Zwar teilten sie die Sorgen der Eltern, aber sie konnten ihnen weder eine klare Diagnose noch eine wirksame Behandlung anbieten.
In ihrer Verzweiflung fassten Bintas Eltern einen schweren Entschluss: Sie machten sich mit ihrer kranken Tochter auf den Weg nach Dakar, in die Hauptstadt des benachbarten Senegal. Eine lange, anstrengende Reise für ein so geschwächtes Kind – aber die einzige Hoffnung auf Klarheit.
Die schockierende Diagnose
Ventrikelseptumdefekt
In Dakar erhielten die Eltern endlich eine Antwort. Binta hatte ein komplexes Loch in der Herzscheidewand, einen sogenannten Ventrikelseptumdefekt. Die Ärzte sagten ihnen auch ganz offen: Wenn dieser Herzfehler nicht behandelt wird, wird das Kind sterben.
Ein Ventrikelseptumdefekt ist der häufigste angeborene Herzfehler. Er führt dazu, dass das Blut im Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Und je älter ein Kind mit einem solchen Herzfehler wird, desto schwieriger wird die Behandlung.
Für Binta waren die Folgen dramatisch
Sie bekam rasch Atemnot,
konnte vor Schwäche kaum gehen,
war ständig auf Hilfe angewiesen.
Binta ging es von Moment zu Moment schlechter.
Ihre kleinen Kräfte schwanden, ihr Körper hatte kaum noch sauerstoffreiches Blut.
Ein Hilferuf, der alles veränderte
Als wir von Bintas schwerem Schicksal hörten, musste schnell gehandelt werden. Binta hatte keine Zeit zu verlieren.
Mithilfe von Spendenaufrufen in der Presse und der Unterstützung der Gerald Asamoah Stiftung gelang es uns, ihre Behandlung in Deutschland zu sichern.
Im Juli 2018 war es so weit: Binta kam zur ersten Untersuchung ins Herzzentrum München. Dort führten die Kinderkardiologen einen Herzkatheter ein. So konnten sie sich ein genaues Bild davon machen, wie stark das Herz geschädigt war und wann und wie operiert werden musste.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Binta ihren gesundheitlichen Tiefpunkt erreicht
Sie wog kaum noch 20 Kilogramm, war so schwach, dass sie keine 100 Meter mehr gehen konnte und einen Rollstuhl brauchte. Dazu kamen starke Zahnprobleme, die ihren Körper zusätzlich schwächten.
In diesem Zustand war eine große Herzoperation zunächst nicht möglich.
Als Binta nach Deutschland in die Klinik kam, war zu schwach, um zu gehen
Bina bei der Untersuchung im Herzzentrum München
Vorbereitung auf eine lebensrettende Operation
Ende August 2018 begann der nächste Abschnitt dieses schweren Weges. Binta mussten 8 Zähne gezogen werden, um ihren Körper zu entlasten und sie auf den Eingriff am Herzen vorzubereiten. Bei den Voruntersuchungen zeigte sich außerdem, wie komplex ihr Herzfehler tatsächlich war.
Für Binta und ihren Vater Musa begann eine nervenaufreibende Wartezeit.
Die Ärzte in München entschieden, einen Spezialisten hinzuzuziehen, der genau auf diese Art von Operation spezialisiert war und besonders viel Erfahrung mitbrachte.
Doch er konnte erst Ende Oktober nach München kommen. Für Binta und ihren Vater Musa begann eine nervenaufreibende Wartezeit.
Musa und seine Tochter vermissten ihre Familie in Gambia sehr. Die Entfernung zur Heimat, die Sorge um das Leben des Kindes, das Wissen um das hohe Risiko der bevorstehenden Operation – all das lastete schwer auf ihnen.
Und doch hielten sie durch.
Der entscheidende Eingriff
– und schwere Tage danach
Im November 2018 wurde Binta in einem äußerst komplizierten Eingriff am Herzen operiert. Der Eingriff selbst verlief gut.
Doch die Zeit danach wurde erneut zur Belastungsprobe. Immer wieder musste Binta auf die Intensivstation verlegt werden, ihre Herzfrequenz blieb unruhig, ihr Körper kämpfte.
Wo andere längst aufgegeben hätten, bewies Binta eine erstaunliche Kraft. Auch ihr Vater wich nicht von ihrer Seite.
Der Wendepunkt:
ein Herzschrittmacher schenkt neue Kraft
Im Dezember 2018 traf das Ärzteteam eine wichtige Entscheidung: Binta braucht einen Herzschrittmacher. Dieser zusätzliche Eingriff wurde zum Wendepunkt. Seitdem ging es für das Mädchen gesundheitlich Schritt für Schritt bergauf.
Binta nach der Herz-OP
Die Jahre danach liefen ganz anders, als ursprünglich geplant
Bintas Herzfehler erwies sich als deutlich komplizierter, als man zuerst gedacht hatte. Der Herzschrittmacher muss engmaschig kontrolliert werden, die Medikation ist lebenswichtig und muss sorgfältig abgestimmt sein.
Jede noch so kleine Infektion könnte zu schwersten Komplikationen bis hin zum Tod führen. Unter den Bedingungen in Gambia wäre das Leben von Binta dauerhaft in Gefahr.
Deshalb war bald klar: Eine Rückkehr nach Gambia ist auf absehbare Zeit unmöglich. Binta und ihr Vater mussten in Deutschland bleiben.
Ein neues Leben in München
Vater Musa mit seiner Tochter Binta
Seit Juli 2019 besucht Binta eine Schule in München. Sie lernte schnell und mit beeindruckender Hingabe Deutsch und andere Fächer.
Binta ist fleißig, neugierig und kann mit Recht stolz auf sich sein.
Ihr Vater Musa unterstützt sie, wo er nur kann. Er bestand seine Deutschprüfung und kämpfte um eine Arbeitserlaubnis.
Was uns bei ihm besonders berührte, ist seine große Dankbarkeit und sein starker Wunsch, etwas an die Gemeinschaft zurückzugeben. Er möchte nicht nur Hilfe empfangen, sondern auch selbst Verantwortung übernehmen.
Im Jahr 2022 begann Musa eine Ausbildung als Ergänzungskraft im Kindergarten. Seit Mitte 2023 arbeitet er dort und steht finanziell weitgehend auf eigenen Beinen. Bis auf das Kindergeld erhält er keine weitere staatliche Unterstützung. Sein Einkommen ist knapp, doch er ist stolz darauf. Den größten Teil gibt er für Miete und eine gesunde Ernährung aus, denn eine gute Versorgung ist für Binta überlebenswichtig.
Wir stehen regelmäßig mit Musa und Binta in Kontakt und helfen, wo wir können.
Binta heute
integriert, mutig und lebensfroh
Dank der Unterstützung vieler Spender konnte Bintas medizinische Behandlung finanziert werden. Ihr Herzfehler aber ist so schwer, dass sie weiterhin regelmäßig ärztlich überwacht werden muss. Trotzdem führt sie heute ein möglichst normales Leben.
Binta geht sehr gerne zur Schule und hat viele Freundinnen. Trotz des Herzschrittmachers, der sie immer an ihre Krankheit erinnert, fühlt sie sich wohl. Sie lacht, lernt, träumt – so, wie es Kinder überall auf der Welt tun sollten.
Natürlich gibt es auch schwierige Momente. Manchmal hat Binta Heimweh. Sie vermisst ihre Familie in Gambia, die sie nur über Videotelefonie sehen und hören kann. In die Arme schließen kann sie die Angehörigen im Moment nicht. Die Risiken einer Reise wären zu groß.
Binta beim Weihnachtsshooting 2023
Fazit: Warum uns Binta weiter braucht
Bintas Geschichte ist eine Erfolgsgeschichte, aber sie ist noch nicht zu Ende. Aufgrund ihres schweren Herzfehlers haben auch ihre Zähne stark gelitten. Derzeit wird sie kieferorthopädisch behandelt.
Diese Behandlungen sind wichtig, um ihre Gesundheit langfristig zu stabilisieren. Allerdings entstehen hier Kosten, die von der Krankenkasse nicht vollständig übernommen werden.
Genau an dieser Stelle wollen und müssen wir weiter an Bintas Seite bleiben. Wir möchten dafür sorgen, dass sie die medizinische Betreuung bekommt, die sie für ein möglichst gesundes Leben braucht.
Ihr Vater arbeitet im Kindergarten und tut alles für die Zukunft seiner Tochter. Doch ohne zusätzliche Unterstützung wäre vieles von dem, was Binta heute erreicht hat – und noch erreichen kann – nicht möglich.
Jede Spende, jeder Beitrag hilft uns, dieses Versprechen zu halten: Kein Kind soll an einem behandelbaren Herzfehler sterben müssen.
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