Fermosis Herz schlägt weiter - Ein kleines Mädchen kämpft sich ins Leben

Man sah es ihr nicht an – doch seit ihrem ersten Lebenstag rang Fermosi aus Addis Abeba um jeden Atemzug. Heute geht sie zur Schule, lacht, spielt und hat eine Zukunft, weil viele Menschen ihr geholfen haben. Lies hier, wie aus Todesangst neue Hoffnung wurde – und warum Fermosi Deine Hilfe jetzt noch einmal dringend braucht.

Ein schwerer Start ins Leben

Als Fermosi 2016 in Addis Abeba geboren wurde, ahnte niemand, wie zerbrechlich ihr kleines Leben sein würde. Von Anfang an war sie ein zartes Baby, mit großen Augen und einem Lächeln, das alle verzauberte.

Man sah ihr auf den ersten Blick nicht an, wie schwer sie kämpfen muss. Doch seit ihrem ersten Lebenstag rang Fermosi buchstäblich um Luft. Jede Bewegung strengte sie an, jede kleine Anstrengung raubte ihr die Kraft. Ihre Lippen und Fingernägel färbten sich immer wieder blau, die Haut wurde fahl, als würde ihr Körper jeden Moment zusammenbrechen.

 

Äthiopien ist eines der ärmsten Länder der Welt

Die Familie lebt in Addis Abeba in 2 kleinen Zimmern bei den Großeltern. Der Vater arbeitet als Schreiner und verdient kaum genug, um die Familie zu versorgen.

Die Mutter kümmert sich um Fermosi und ihre ältere Schwester. Für spezialisierte Ärzte, für Medikamente, für eine komplizierte Herzbehandlung fehlt schlicht das Geld.

Und doch gaben sie die Hoffnung nicht auf.

 

Video mit Spendenaufruf für Fermosi 2020

 

Die Diagnose: Herzfehler

Fermosi litt an einer Tricuspidatresie, einem schweren angeborenen Herzfehler, der in einer fehlenden Anlage der Trikuspidalklappe (Herzklappe) besteht. Weil diese Herzklappe fehlte, wurde Fermosis kleiner Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Endlich gab es zwar eine Erklärung für die Atemnot, die Blässe, die blauen Lippen – aber keine Lösung. Die Sorge der Eltern wuchs von Tag zu Tag.

Wie lange würde ihre Tochter das noch durchhalten können?

Hätte Fermosi eine helle Haut, würde sie blau schimmern“, erklärte später Petra Windisch de Lates, die Vorstandsvorsitzende unserer Kinderhilfe, in der Presse.

 

Noch so klein und schon so krank: Fermosi 2017

Ein Hilferuf aus Addis Abeba

In dieser schweren Zeit wandte sich Fermosis Tante, die in München lebt, verzweifelt an unsere Kinderhilfe.

Von ihren letzten Ersparnissen bezahlen die Eltern Flugtickets nach Deutschland, um Fermosi eine erste Notbehandlung im Deutschen Herzzentrum München zu ermöglichen.

Doch es sollte noch ein weiter Weg werden, bis Fermosi endlich aufatmen konnte.

 

Unser 1. Spendenaufruf in der Presse für Fermosi

Schnelle Hilfe in der Not

Klar war: Die Tricuspidalatresie kann nicht mit einem einzigen Eingriff behandelt werden, es sind immer 2 aufeinanderfolgende Operationen nötig, um das Kinderherz nicht zu sehr zu belasten.

Und tatsächlich! Viele liebe Menschen fassten sich buchstäblich ein Herz und spendeten für Fermosi. Außerdem erhielten wir Unterstützung von Ein Herz für Kinder, mit denen wir seit vielen Jahren kooperieren.

 

Der erste Eingriff

Ein kleiner Stent, ein großer Schritt

Nach den ersten Untersuchungen entschieden die Münchner Kinderherz-Spezialisten, bei dem 1-jährigen Mädchen zunächst die Blutgefäße zu stabilisieren.

Im September 2017 setzten die Ärztinnen und Ärzte Fermosi einen Stent (feines Drahtröhrchen) ein, der ihre Blutgefäße stützte.

 

Fermosis erster Eingriff 2017 im Herzzentrum in München, Mama Tigris ist immer dabei

Das war nur eine Übergangslösung – ein kleiner Eingriff, der den Körper mehr mit Sauerstoff versorgte.

Doch für Fermosi bedeutet dieser Schritt enorm viel:

  • Zum ersten Mal etwas freier atmen

  • Zum ersten Mal ein Hauch von Kindheit, der nicht nur aus Erschöpfung besteht.

 

Hier unser Herzkind Binta zusammen mit Fermosi 2018 im Ronald McDonald Haus, München.

 

Die erste große Herzoperation 2018

Dank vieler Spenden und der Unterstützung von Stiftungen (darunter der Gerald Asamoah Stiftung) konnte im Dezember 2018 Fermosis erste große Herzoperation stattfinden.

Bei dieser OP versuchten die Ärzte, das kleine Herz zu entlasten, indem sie Körper- und Lungenkreislauf des Blutes teilweise trennten.

Im Deutschen Herzzentrum München wurde der hoch komplizierte Eingriff durchgeführt.

Für uns und Fermosis Mama bedeutet das: stundenlang warten, hoffen, bangen. Als wir schließlich die Nachricht erhielten, dass die Operation gelungen war, machte sich Erleichterung breit.

Fermosi hatte eine neue Chance!

Doch nach wie vor ging Fermosi bei der geringsten Anstrengung die Luft aus und lief blau an. Die zweite überlebenswichtige Herz-OP war daher 2020 geplant.

 

Inzwischen wuchs Fermosi zu einem fröhlichen Mädchen heran

2020 Corona-Pandemie

Womit natürlich niemand gerechnet hatte, war die Corona-Krise, die sich 2020 weltweit zuspitzte. Wegen Corona durften viele unserer „Besonderen Kinder“ nicht einreisen. So wurde auch Fermosis Behandlung verschoben.

Damit hatte uns die Pandemie einen lebensgefährlichen Strich durch die Rechnung gemacht.

Das Team der Deutschen Lebensbrücke tat alles, damit Fermosi Ende März 2021 nach München reisen konnte, denn ohne diesen Eingriff würde das Mädchen nicht überleben können.

 

Fermosi 2021 im Herzzentrum München

 

Die zweite Operation 2021

Der Weg in ein fast normales Leben

Im Mai 2021 folgt die zweite große Herzoperation. Dieses Mal wurden Körper- und Lungenkreislauf vollständig voneinander getrennt.

Die Operation verlief ohne Komplikationen.

"Fermosis Sauerstoffsättigung ist jetzt nahezu normal. Sie wird sich altergerecht entwickeln. Natürlich muss sie regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen nach München kommen," berichtete unsere Vorstandsvorsitzende, Petra Windisch de Lates, in der Presse.

 

Ein neues Kind

Energie, Schule, Lebensfreude

Seit den Behandlungen blüht Fermosi von Tag zu Tag mehr auf. Die blasse Haut ist verschwunden, das Blau in Lippen und Nägeln ist einer gesunden Farbe gewichen. Ihr Gesichtchen strahlt, wenn sie lacht.

Vor allem hat sie jetzt etwas, das früher undenkbar war: Energie zum Wachsen und Lernen. Sie kann spielen, herumrennen, lachen wie andere Kinder. Sie kann in die Schule gehen.

2023 kam sie in die 2. Klasse und freute sich über jedes neue Wort, jede Zahl, alles, was sie lernen durfte, wie Mama Tigris uns stolz erzählte.

Aus einem ständig erschöpften, kranken Kind wurde ein fröhliches Schulkind, das seine Zukunft neugierig entdeckt.

 

Wie die ganze Familie aufatmet

Auch ihre Familie hat sich verändert. Aus der sorgenvollen, ängstlichen Mutter ist eine gelassene Frau geworden, die ihre Tochter mit Freude und Zuversicht begleitet.

Die Schwester fühlt sich nicht mehr zurückgesetzt und darf endlich einfach nur Kind sein. Der Vater kann sich wieder auf seine Arbeit konzentrieren, ohne Tag und Nacht von der Angst um Fermosis Leben bestimmt zu sein.

Die schwere Last, die so lange auf dieser Familie lag, ist endlich einem fast normalen Alltag gewichen.

 

Worte, die unter die Haut gehen

Die Worte von Fermosis Mutter berühren uns bis heute tief. Aus tiefstem Herzen dankte sie all denen, die geholfen haben. Dieser Dank gilt auch Dir, wenn Du Dich angesprochen fühlst von ihrer Geschichte.

Herzlichen Dank dafür, dass mein Kind leben darf!

So lange fürchteten wir, dass unsere kleine Tochter es nicht schaffen würde. Wir sind gerührt und überwältigt von der Nächstenliebe so vieler Menschen.

Dank Eurer großartigen Unterstützung hat Fermosi das wundervollste überhaupt geschenkt bekommen: ein Leben und eine Zukunft.

Aus tiefstem Herzen: DANKE!
— Tigris, Mutter von Fermosi
 

Fermosis Entwicklung von 2018 bis 2023

 

Wie es weitergeht:

Kontrollen, Reisen, Kosten

Damit Fermosi gesund bleibt, braucht sie weiterhin engmaschige Betreuung. Sie muss regelmäßig zur Nachkontrolle ins Deutsche Herzzentrum München kommen. Im Oktober 2024 war sie zuletzt dort, die nächste Untersuchung ist für den Sommer 2026 geplant.

Für diese wichtige Herzkatheteruntersuchung, für die Reise von Addis Abeba nach München, für Unterkunft und Verpflegung der Familie entstehen Kosten, die sie allein niemals tragen kann. Etwa 5.000 Euro werden dafür benötigt.

 

Deine Hilfe hält Fermosis Herz stark

Hier können wir gemeinsam wieder Leben schenken. Mit Deiner Spende hilfst Du, dass Fermosis Herz weiter stark bleibt, dass sie weiter lernen, spielen und lachen kann.

Du machst möglich, dass ihre Geschichte nicht mit Krankheit endet, sondern mit Zukunft.

Jede Unterstützung hilft, damit Fermosi ihren Weg gehen kann – mit Kraft, Hoffnung und voller Leben.

Mach mit und unterstütze Fermosi, damit ihr kleines Herz weiter mutig schlagen kann » Spenden für Fermosi


Tamara Niebler

Tamara ist studierte Germanistin & Philosophin (M.A.). Sie bereichert unsere Websites mit philosophischen Denkanstößen und sachkritischen Fachtexten zu Soziologie, Armutsforschung und Philosophie der Kindheit. Tamaras Motto: „Wege entstehen dadurch, dass wir sie gehen“ (Franz Kafka)

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